50-Jahr-Feier
Fritz-Reuter-Schule
Tornesch


Fest für die Schule
50 Jahre Fritz-Reuter-Schule: Freude und Rückbesinnung. Geladene Gäste, ehemalige Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Generationen sowie Tornescherinnen und Tornescher, die sich der Schule verbunden fühlen, feierten gemeinsam mit Lehrern und Schülern der Fritz-Reuter-Schule das 50-jährige Bestehen der Bildungseinrichtung.
Von Sylvia Kaufmann
Tornesch. „Ein 50. Geburtstag ist ein Zeitpunkt, an dem man auf das Erlebte und Geleistete zurückblickt. Bei einem 50-jährigen Schulbestehen ist das nicht anders. Es ist Grund zur Freude und Rückbesinnung und Anlass, allen, die die Schule wohlwollend begleitet haben, Sorge und Verantwortung trugen und tragen, zu danken“, betonte Schulleiterin Gudrun Rechter. Sie dankte zudem allen, die an der Vorbereitung und Ausgestaltung des Festaktes sowie des historischen Schultages mitgewirkt hatten.


Schulrat Georg Hölk betonte, dass er die Fritz-Reuter-Schule auf einem guten Weg wisse. „Die Schule hat sich stets allen pädagogischen Veränderungen und Notwendigkeiten gestellt und erfüllt ihren Auftrag, die Kinder gut auf weiterführende Schulen und auf das Leben vorzubereiten“, sagte er. Einen Bogen vom Baubeginn der Schule 1955 bis in die Gegenwart spannte die Historikerin Annette Schlapkohl mit Bildern und Informationen, die bei vielen Anwesenden des Festaktes Erinnerungen wach riefen. Für einen gelungenen kleinen musikalischen Bilderbogen sorgte zudem der Gitarrist Stefan Rother.

(Quelle/Text:nordClick/uena vom 08.11.2006, Fotos:FRS)Am nächsten Tag zeigten unsere Grundschüler vormittags, wie Unterricht vor 50 Jahren ausgesehen hat. Das Pinneberger Tageblatt meldete dazu:
Schüler mit dem Rohrstock bestraft

Mit streng nach hinten gekämmten Haaren und einem hoch geschlossenen Kleid unterrichtete Lehrerin Stefanie Schiburr ihre Klasse 4c.

Nanu, was ist denn da in der Fritz-Reuter-Schule los? In der Bildungsstätte in der Königsberger Straße war gestern alles anders als sonst: Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums reisten die Schüler und Lehrer der Klassen 3, 4 und 9 ein halbes Jahrhundert zurück in der Zeit. So konnten sie selbst einmal erfahren, wie sich Schule anno 1956 anfühlte. "Der heutige Tag wurde projektartig vorbereitet", so Schulleiterin Gudrun Rechter. "Die Kinder haben sich mit der Geschichte der Schule befasst und sind begeistert von der Idee."
Gebührend von Schülern, Lehrern, Eltern und Ehemaligen gefeiert wurde das Jubiläum bereits am Vorabend in der Sporthalle. Historikerin Annette Schlapkohl hatte aus der Geschichte der Schule erzählt. Zudem gab es von der Sparkasse Südholstein noch ein Jubiläumsgeschenk. "Unser Schulverein erhielt eine Spende von 200 Euro", dankte Rechter.
Eine Sporthalle gab es vor 50 Jahren noch nicht. Erst seit 1965 ertüchtigt sich der Nachwuchs in der Halle der Schule. In der Nachkriegszeit mussten die Pennäler noch mit den Fluren der Schule vorlieb nehmen. Leise musste damals geturnt werden, schließlich durfte der Unterricht in den Klassen nicht gestört werden. Wer aufmüpfig wurde, spürte die Folgen oft am eigenen Leib: Noch in den 60er Jahren gab es Lehrkräfte an der Schule, die die Prügelstrafe mit dem Rohrstock anwandten.
In der Klasse 4 a von Lehrerin Katja Treumann stehen Gedichte aufsagen und singen auf dem Programm. Streng schaut sie aus, die Klassenlehrerin. Die hoch geschlossene Bluse unterstreicht diesen Eindruck. Mit ernster Miene bestellt sie einen Knirps an die Tafel, der schreitet grinsend nach vorn und beginnt sofort mit seinem Gedicht. Doch auch Treumann muss immer wieder schmunzeln. Streng sein ist gar nicht so einfach.
"Damals gab es sehr viel mehr Frontalunterricht", erklärt Schulleiterin Rechter einen weiteren Unterschied zur Schulpraxis heute. "Damals wurde auch mehr auswendig gelernt und geschrieben." Statt Computer und Kopierer bestimmten Griffel und Schiefertafel den Schulalltag. Dazu Stillsitzen und strenge Lehrer: Gut, dass morgen wieder alles so ist, wie immer.
(Quelle: Pinneberger Tageblatt, 09.11.2006)
Auch hier besonderen Dank an alle beteiligten Eltern.